Reizdarm was tun – Diese Behandlungsmethoden helfen

Jeder, dem die Diagnose „Reizdarm“ gestellt wurde, hat eine längere Leidensgeschichte hinter sich. Reizdarm-Symptome sind Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Schmerz, oft zudem Abgeschlagenheit und das Gefühl, weniger Energie für den Alltag zu haben, als es der Fall sein sollte. Wichtig ist es zu erkennen, dass es sich beim Reizdarm-Syndrom um eine funktionelle Störung handelt: eine Kombination aus organischen Ursachen und psychischen Belastungen, die sich dadurch äußern, dass der Darm ohne organische Erkrankung stark auf bestimmte Lebensmittel reagiert. Diese lassen sich unter der Bezeichnung „irritable bowel“ zusammenfassen. Jedes Symptom einzeln kann sich durch andere Ursachen erklären lassen; in ihrer Summe ergeben sie ein komplexes Krankheitsbild.

Nicht nur ein Symptom, nicht nur eine Ursache

Als eine mögliche Ursache für das Reizdarmsyndrom wird eine individuell sehr hohe Anfälligkeit für Stress vermutet, wobei psychische Belastungen nicht allein den Auslöser darstellen, sondern auch ein Resultat vom Reizdarm-Syndrom sind. Symptom dieser Störung ist über den eigentlichen Schmerz hinaus eine erhebliche psychische Belastung. Oftmals hat die Suche nach der Erkenntnis nach der Ursache des Problems lange Zeit in Anspruch genommen. Reizdarm-Beschwerden sind nicht lediglich eine Magen-Darm-Beschwerde, vielmehr zeigt der Patient ein komplexes Krankheitsbild. Die Frage „Reizdarm was tun“ ist deshalb für jeden anders zu beantworten.

Der sensibel reagierende Darm entwickelt chronisch-entzündliche Veränderungen, diese verursachen Beschwerden wie Blähungen und Schmerz und bieten eine leichte Angriffsfläche für weitere Magen-Darm-Erkrankungen wie Magen-Darm-Infekte. Sind diese und andere Erkrankungen durch einen Arzt, am besten durch eine körperliche Untersuchung beim Spezialisten, ausgeschlossen oder erfolgreich behandelt worden, muss jetzt der Patient selbst handeln. Dies ist tatsächlich nur mit Geduld und Konsequenz möglich, erfordert die Antwort auf die Frage „Reizdarm was tun“ eine konsequente und langfristige Umstellung seiner Ernährung, um schließlich auch das letzte Symptom in die Vergangenheit verbannen und wieder beschwerdefrei leben zu können.

Das Reizdarmsyndrom (RDS) – Was ist das?

Beim Reizdarmsyndrom handelt es sich um keine Zivilisations- oder gar Volkskrankheit, trotzdem wird die Diagnose „Reizdarm“ oder „Morbus Crohn“ zunehmend häufig gestellt. Noch vor wenigen Jahren wurden die Betroffenen oft mit der Diagnose Magen-Darm-Grippe oder Colitis ulcerorsa („Magengeschwür“) nach Hause geschickt. „Reizdarm was tun?“ wird inzwischen differenzierter beantwortet. Der Wandel ist darauf zurückzuführen, dass sich das Wissen um diese Störung in den vergangenen Jahren stark verbreitet hat und sich Mediziner und Ernährungswissenschaftler des Problems, seiner möglichen Ursachen inzwischen verstärkt annehmen und es erfolgreicher behandeln. Der sensible Magen-Darm-Trakt ist ein zentrales Element des menschlichen Körpers und grundlegend dafür, dass sich der Mensch gesund und leistungsfähig fühlt. Vom Reizdarm Betroffene fühlen durch Schmerz und Unwohlsein einen starken Leidensdruck, der ihnen nach erfolgter Diagnose das Durchhaltevermögen liefert, durch eine konsequente Diät ihre Darmflora zu sanieren und ihren Magen-Darm-Bereich zu entlasten und langfristig gesund zu erhalten.

Eine Reaktion auf die Frage „Reizdarm was tun“ ist somit die folgende: Für Reizdarm-Patienten ist neben der Vermeidung von äußeren Ursachen wie Stress, Bewegungsmangel und zu häufigem Alkoholkonsum die so genannte FODMAP-Diät zentraler in der erfolgreichen Therapie oder Behandlung, weil sie für Betroffene eine selbst regulierbare Methode liefert, ihre Beschwerden zu vermindern, indem sie ihre gestörte Darmflora wieder in ein natürliches Gleichgewicht bringen. Diese ist zuvor oftmals durch eine Medikamentöse Behandlung zusätzlich belastet worden.

Woran erkennt man das Reizdarmsyndrom?

Typische Symptome vom „irritable bowel“ wie Schmerzen im Bauchbereich, Blähbauch und Völlegefühl nach den Mahlzeiten sind ein erstes Anzeichen dafür, dass der Magen-Darm-Trakt gereizt ist und sensibel auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert. Sind „Magengeschwüre“ (Colitis ulcerosa), Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten nicht die Ursache der Beschwerden und klingen diese nicht nach wenigen Tagen ohne Behandlung ab, kann die korrekte Diagnose „Reizdarm“ lauten. Weil diese das Allgemeinbefinden erheblich beeinträchtigt, stellt sich nun die Frage: „Reizdarm was tun?“

Was sind die Ursachen eines Reizdarms?

Welche Faktoren den Darm veranlassen, mit Beschwerden auf Nahrungsmittel zu reagieren, die als gesund gelten und üblicherweise keine spürbaren Reaktionen im Verdauungstrakt auslösen, konnte noch nicht abschließend bestimmt werden. Eine Kombination von Stress und Hektik, Mangel an Bewegung, zu häufiges und langes Sitzen sowie Alkohol- und Nikotin(über)genuss scheinen bei manchen Betroffenen dazu zu führen, dass der Darm sensibel reagiert. Auch eine vorhergehende Erkrankung, die mit einer Behandlung mit Antibiotika einherging, kann der Auslöser sein, da die Darmflora hierdurch zerstört wird und sich erst regenerieren muss. Jetzt sind plötzlich Lebensmittel, die von gesunden Personen problemlos vertragen werden und die sogar zu den besonders gesunden und empfehlenswerten gelten, für manche verhängnisvoll: Ein Reizdarm-Syndrom hat sich entwickelt. Nahrungsbestandteile gären oder fermentieren im Darm, binden Wasser und produzieren Gase wie Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff, was diesen aufbläht und zu Völlegefühl und Schmerzen führt – den Standardsymptomen des Reizdarmsyndroms.

Welche Hausmittel können bei Reizdarm helfen?

Ein Tipp: Bewegung hilft bei der Reizdarmbehandlung

Viel trinken erleichtert dem Darm seine Arbeit; der Nahrungsbrei wird leichter und schneller transportiert, zu langes Verweilen verhindert. So können Schmerzen und Unwohlsein hervorrufende Gärprozesse gar nicht erst beginnen. Die Peristaltik, also die Pumpbewegungen des Darms, wird durch Sport und Vermeiden längeren Sitzens unterstützt. Schwimmen, sanftes Joggen, Wandern, Gymnastik und Yoga sind besonders geeignete Sportarten während einer Reizdarm-Behandlung; doch sollte der Mensch abrupte Bewegungen, Erschütterungen oder einseitige Belastungen meiden.

Ein weiterer Tipp: Den Magen-Darm-Trakt besänftigen

Wenn ein bestimmtes Nahrungsmittel die Beschwerden auslöst, muss es vermieden werden. Abhilfe bei akuten Problemen schafft Wärme, äußerlich beispielsweise durch ein Kirschkernkissen, innerlich durch Kräutertees wie Fenchel, Kamille oder Pfefferminze. Eine reizarme Diät ohne stark säurehaltige, scharf oder übermäßig gewürzte Speisen, Alkohol und Kaffee kann akute Symptome zum Abklingen bringen. Dauerhaft ist dies jedoch nicht ausreichend, und erst, wenn der Darm stabilisiert wurde, kann der Patient beginnen, vorsichtig mit einzelnen Lebensmitteln zu experimentieren. Unterstützt wird eine gesunde Darmflora und die damit einhergehenden körpereigenen Abwehrkräfte durch Bakterien, die beispielsweise in lebenden Joghurt-Kulturen enthalten sind.

Was ist die FODMAP-Diät und wie hilft sie?

Eine FODMAP-arme Ernährung steht für eine Diät, in der Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole (dies sind kurzkettige Carbohydrate und Alkoholzucker, die der Reizdarm schlecht absorbiert) vermieden werden. Hat die FODMAP-arme Diät die Symptome erfolgreich gemildert und behoben, sollen auch Reizdarm-Patienten ihre Ernährung vorsichtig und allmählich wieder um weitere Nahrungsmittel ergänzen. „Reizdarm was tun“ ist in verschiedenen Phasen unterschiedlich zu beantworten.

Welche Nahrungsmittel während der Behandlung meiden?

Bei Getreideprodukten ist alles, was Weizen und Roggen enthält, betroffen – Brot und Knäckebrot, Cerealien, Pizza, Nudeln und Cracker. Obwohl ein Reizdarmsyndrom nicht notwendig bedeutet, dass eine Laktose-Intoleranz vorliegt, sind laktosehaltige Milchprodukte oftmals Ursache der typischen Reaktionen. Vermieden werden sollten deshalb Kuhmilch, Frisch-, Hütten- und Weichkäse, Joghurt und Eiscreme sowie Desserts und Dessertsoßen.

Reizdarm was tun: Sind Obst und Gemüse nicht gesund?

Auch Obst und Gemüse, besonders Steinobst, kann die typischen Beschwerden des Reizdarmsyndroms auslösen. Deshalb sind bei einer FODMAP-Diät

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Birnen
  • Kirschen
  • Mangos
  • Nektarinen
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Wassermelone und
  • Schwarze Johannisbeeren

verboten.
Bestimmten Nahrungsmitteln wie Trockenfrüchten und Säften aus Fruchtkonzentraten sowie den allermeisten Nüssen (zusätzlich Cashew-Kerne und Pistazien) ist ebenfalls mit Vorsicht zu begegnen.
Gemüse, die das Reizdarmsyndrom verstärken, sind

  • Artischocken
  • Bohnenkerne
  • Erbsen
  • Kohl (alle Sorten)
  • Lauch
  • Linsen
  • Mais
  • Pilze
  • Rote Beete
  • Sellerie
  • Spargel
  • Knoblauch und
  • Zwiebeln.

Süßungsmittel als „versteckte“ Zugaben von Fertigprodukten übersieht der Mensch beim Einkauf häufig, obwohl ihre Vermeidung entscheidend ist. Besonders die von Gesunden problemlos vertragene Fruktose, aber auch Süßstoffe wie Isomalt, Maltitol, Mannitol, Sorbitol und Xylitol (beispielsweise in Kaugummis, zuckerfreien Bonbons sowie in Ketchup und Wurstwaren) darf der vom Reizdarmsyndrom Betroffene nicht konsumieren. Zum Bedauern vieler haben auch Honig und der gesunde Agaven-Nektar einen hohen FODMAP-Wert. Alkohol, isotonische und Sportgetränke und Kokoswasser müssen ebenfalls gemieden werden.

Reizdarm was tun – und also was essen und trinken?

Gegessen werden dürfen bei Reizdarmsyndrom Reis, Hafer, Maismehl, Quinoa, Flohsamen sowie Brot und Pasta ohne Gluten. Reife und Hartkäse, Feta, Camembert und Brie verursachen keine Probleme. Milchersatzprodukte wie Mandelmilch und Reismilch sowie Kokosmilch sind ebenfalls zulässig. Neben Wasser werden auch direkt gepresste Obstsäfte, die sich auf die zulässigen Fruchtsorten beschränken, sowie Tee und von vielen auch Kaffee vertragen. Erdnüsse, Kürbiskerne, Macadamia-Nüsse, Mandeln, Pinienkerne und Walnüsse (in kleinen Mengen) sind wichtige Energielieferanten einer FODMAP-armen Ernährung. Nicht verarbeitetes Fleisch wie Rind- und Schweinefleisch, Huhn, Pute und Lamm stellen wie Fisch und Eier kein Problem dar.

Geeignete Obstsorten schließen

  • Bananen
  • Blaubeeren
  • Erdbeeren
  • Honig- und Cantaloupe-Melonen
  • Kiwis und
  • Zitrusfrüchte ein.

„Gute“ Gemüse sind

  • Kartoffeln
  • Auberginen
  • Bambus
  • Blattsalat
  • grüne Bohnen
  • Gurken
  • Oliven
  • Pak Choi
  • Paprika
  • Sprossen
  • Tomaten
  • Wurzelgemüse
  • Zucchini

sowie die Gewürze

  • Ingwer und
  • Schnittlauch.

Bitte vermeiden: Fertiggerichte und Convenience Food

Um auf die Frage „Reizdarm was tun?“ angemessen reagieren zu können, ist jedem dringend zu empfehlen, sich seine Mahlzeiten in der Zeit der FODMAP-armen Diät selbst zuzubereiten. Besonders Fertigprodukte enthalten oftmals Zusatzstoffe wie Süßungsmittel, die im Reizdarm ein Symptom wie Völlegefühl verursachen können. Wurstwaren, Soßen, Würzmischungen, aber auch Fruchtjoghurte und Obstkonserven stehen hierbei im Mittelpunkt. Wer Fleisch und Fisch selbst zubereitet, im Supermarkt die Kühltheken mit den Sandwiches vermeidet und sich beim Einkauf auf unverarbeitete Lebensmittel aus dem erlaubten Spektrum beschränkt, kann nicht vor dem heimatlichen Kühlschrank „schwach“ werden oder einen Fehler begehen.

Welche weiteren Methoden können helfen?

Reizdarm was tun: Gesundheit von innen

Jedes einzelne Symptom klingt in einer solchen Reizdarm-Therapie allmählich ab. Nach einer Phase von sechs bis zehn Wochen kann der betroffene Mensch beginnen, einzelne Lebensmittel, zunächst vorsichtig und in kleinen Mengen, wieder in seinen Speisenplan aufzunehmen. Was vertragen wird, kann der Betroffene beibehalten, was Symptome auslöst, muss man wieder aus dem Speiseplan verbannen. Die Frage der Ernährung lässt sich nicht für alle gleichermaßen und von A-Z beantworten; die schließlich funktionierende Ernährung wird immer durch einen Prozess gefunden und muss bei Bedarf angepasst werden. Für die Regeneration der Darmwand notwendige Inhaltsstoffe wie Biotin, Folsäure und Riboflavin unterstützen die Darmgesundheit und erhöhen die Vitalität. Sie können über hochwertige Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden; die reizarme Diät allein erschwert eine ausgewogene Ernährung und Versorgung mit allem Notwendigen.

Äußere Faktoren

Der Reizdarm lässt sich auch durch viel Bewegung, ausreichendes Trinken und die Vermeidung von Stress unterstützen. Zudem sollte darauf geachtet werden, bei jedem Stuhlgang den Darm tatsächlich gründlich zu entleeren, um Magen-Darm-Infektionen und entzündliche Darmerkrankungen zu vermeiden. Dies wird von einer möglichst hockenden Körperhaltung unterstützt. Bei zu hoch angebrachten Toilettenbecken kann diese anatomisch günstige Position durch eine Fußbank erzielt werden; speziell hierfür angefertigte Modelle sind im Sanitätshandel und im Internet erhältlich.

Während der Diät- und Erholungsphase ist die zusätzliche Versorgung des Körpers mit geeigneten Nukleotiden in Form eines Spezialpräparats empfehlenswert, um den erhöhten Bedarf an spezifischen Nährstoffen sicherzustellen. Auf „Reizdarm was tun“ finden sich also mehrere vielversprechende Antworten.

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